„Die Stadt Lauta will zeigen, dass trotz gewesenen und kommenden Strukturwandels, trotz demographischer Brüche, der Trend umkehrbar ist und die Region sich im Gegenteil als Vorreiter für nachhaltiges, ökologisches und sozial ausgleichendes Bauen positionieren kann.“

Aus der Laudatio

Worum geht es?

Kern der Idee ist eine bürgerbeteiligte Planung und schrittweise Verwirklichung von Maßnahmen zur Wiederbelebung des einzigartigen Industriedorfes „Erika“ in Laubusch. Neben der Grube und der Brikettfabrik „Erika“ in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden, gehört die Kolonie „Erika“ zu den historischen Gartenstädten und feiert jetzt ihr hundertjähriges Jubiläum (ca. 1918–1920).

Die lebendige historische Vorlage will die Stadt Lauta in das 21. Jahrhundert übertragen. Der Ausgangspunkt ist denkbar schwierig, denn Laubusch hat einen Teil seiner Gartenstadt „Kolonie Erika“ bereits durch den Strukturwandel, damit verbundenen Bevölkerungsschwund und Abriss verloren. Die Initiative erkennt jedoch die Chancen für eine Trendwende und benennt Lösungsmöglichkeiten. Die Stärke liegt aus Sicht der einreichenden Stadt Lauta vor allem in der gezielten Bürgerbeteiligung am Planungsprozesses von Anfang an.

Die Vision ist klar: Die Gartenstadt „Erika“ in Laubusch wird bis 2025 zu einer modernen Modellsiedlung ausgebaut. 2023 sind die ersten neuen Wohnungen fertiggestellt. Zunächst sollen drei Projekte realisiert werden.

In Kooperation mit einem örtlichen Wohnungsunternehmen wird ein geeigneter Ort als Ausstellungsfläche für Ideen genutzt. In diesem „Konzepthaus“, das vielleicht erst einmal nur virtuell entsteht, sollen die Geschichte des Ortes, die Ist-Situation und schrittweise die Zukunft sichtbar werden. Mit Hilfe von Virtual Reality soll die Zukunft des Wohnens mit Bezug zum Ort gezeigt werden. Das zweite Projekt ist ein Wettbewerb „Lausitzer Gartenstadt 2030“ mit dem Ziel, die Geschichte des Ortes mit technischen Innovationen und Trends wie Digitalisierung und neuen Mobilitätsformen zusammenbringen.

Das Kulturhaus Laubusch steht derzeit meist leer. Neue Anziehungskraft soll das Projekt eines Kinderkulturhauses erhalten. Anstelle eines Einzelinvestors gibt es die Idee, eine Interessengemeinschaft aus Vereinen, privaten Anbietern, Stadt und Schule als Betreiber zu etablieren. Ziel ist ein modernes, vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche.

Der Lösungsansatz für Laubusch versteht sich als Aufbruchssignal, auch für andere, vor allem ländliche Gemeinden der Lausitz. Die Rolle als attraktiver Wohnstandort ist ein Leitmotiv für die Stadt Lauta als „Grünes Tor zum Lausitzer Seenland“. Dieses Motiv bekommt mit den genannten Projektideen neue, zusätzliche Inhalte. 

Vielleicht wird das Lausitzer Seenland insgesamt zur Werkssiedlung für vorhandene und künftige Industrieansiedlungen der Region. 

Auszug aus der Broschüre „Ideen für den ländlichen Raum.
Preisträger und Anerkennungen des simul+ Wettbewerbs“ Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Dresden 2019

Bildnachweis: Torhaus, Frank Zörner